Lit. Fass-Säule   
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  © D. Engelberth, 2004 Curriculum vitae

   

Kombattantenlied

   

 
Ein Fahrzeuglenker. Renommierfahrzeuglenker.
Ich verspür keinen Haß.

Nicht ihm gegenüber.

Bayer. Benz. Friedhofskreuze.

Stimmt mich novembrisch, katholisch, jetzt in aufkeimender Zeit.

Aus der Provinz. Kennnzeichengemäß.

Hat es nach durchlebter Nacht, in der Stadt, willfährenseilig, brandmauserichwillfährenseilig, zurück zu kommen.
An gewohnten Ort. Arbeit. Frau. Die Kinder.

Stadt, Land, Fluß, Morgenhaß.
Wo liegt eigentlich Quebec?

Schwierigkeiten gibt's für mich eigentlich nur mit Unkoordiniertheiten, den phasenbedingten Unkoordiniertheiten der anderen Lenker.
Der Mond und die Blonde. Die große Blonde.

Oder - verdammich - das Wagendach, ist jetzt nur das Wagendach so niedrig? Nein. Es ist Morgen.
Und sie stößt daran. Sie stößt jedenfalls daran. Ans Wagendach.
Von dem spreche ich - verdammich. Nicht vom Morgen.
Der Morgen ist nicht groß.
Du sollst nicht fluchen.

Blond ist sie. Soweit ich das beurteilen kann ...
Warum stelle ich mir solche Fragen? Ich, es, er ... Solche Fragen?
Ich kann das soweit beurteilen. Blond.

Die, jedenfalls, die sich Stauwimperntusche aufträgt.
Unkoordiniert. Weiß, nicht mal, was so in der Tusche ist. Trotz Esquire. Weiß nichts.

Sonst ... was erwartet den Renommierlenker? Die da, nein, die da jedenfalls nicht.
Mich? Nach Solingen?
Nein, sie wartet nicht. Trotz Esquire.

Warum ist, eben war sie doch noch, ja, eben war noch eine neben mir. Blond. Groß.
Baustelle.

Auf der kaninchenbeschissenen und - wir wollen nicht von den Toten sprechen - der A3.

Immer nur rechts. Warum stellt sich der Krampf rechts ein?
Gas, Galle, Leber, leichtfertige Gedanken. Rechts. Krampf. Spür ich.
Muß doch mal gut sein. Damit. Mit der A3. Mit den Baustellen. Mit denen da ...

Also, ... Arbeit, Kinder. Die Staufrauen.
Nein, erwarten mich nicht.

Warum kann ich eigentlich nicht, wie unser damaliger Literatenbischof zu dem Sommerpavillion schlendern?
In Weimar. Zu Charlotte. Warum nicht?

A3.

Warum nicht?
Die. Die gehen unterdessen ihren Tagesgeschäften nach. Die Blonden. Träumen doch von einem wie mir. Ja. Ist so. Wirklich.
Spür ich. Und, richtig, ich gehöre nicht in die Landesklinik.

Damit verdiene ich mein Geld. Ich spüre.

Wo liegt eigentlich Quebec?
Und warum wird ihr nachgesagt, sie würde nie heimgesucht? Auch von Provinzlern nicht?
Muß eine häßliche Stadt sein.

Ein Renommierfahrzeuglenker. Ich verspür keinen Haß.
Vor mir. Trotzdem.

Noch nie habe ich erlebt, daß das Geschlecht einer Frau nußig riecht.

Ich wüßte gern um ...


© by Dietmar Engelberth, 2000




© Dietmar Engelberth, 2000